Verabschiedung Pfarrer Goetze und Familie am Pfingstmontag, den 28. Mai um 17 Uhr – herzliche Einladung zum Gottesdienst und anschließendem Zusammensein
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Weihnachten - Muss das sein?

Dialogpredigt mit Jugendlichen aus dem A Little Theatre of life Gottesdienst am 12.12.03

 

Denis: Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater. Sagt mal - muß

das sein ? Jedes Jahr Weihnachten ? Was ist eigentlich so wichtig an Weihnachten ?

Nadine: Na, das Feiern und die Geschenke.

Vanessa: Und das man sich mit der Familie trifft, das Gemeinschaft erleben. Mir ist an Weihnachten wichtig, daß die Menschen, die mir wichtig sind, um mich herum sind. Daß ich mit ihnen eine schöne Zeit verbringe.

Nadine: Und dazu gibt es einen besonderen Tag im Jahr, an dem die Familien zusammenkommen und sich Zeit füreinander nehmen.

Desiree: Aber ist das alles ? Weihnachten heißt doch die geheiligte, die heilige Nacht. Und warum geht man an Weihnachten eigentlich in die Kirche ?

Nadine: Das ist so Tradition.

Vanessa : Ja und viele Jugendliche werden von ihren Eltern dazu gezwungen, ohne daß sie es wirklich wollen.

Nadine: Ja aber irgendwas hat ja Weihnachten auch mit diesem Jesus zu tun. Das wir an Weihnachten Jesu Geburt feiern, weiß jeder. Wir haben mal unsere Klassenkameraden gefragt und 90 % sagen an Weihnachten feiert man Jesu Geburt.

Denis: Dabei wissen wir gar nicht genau, wann Jesus vor 2000 Jahren zur Welt kam. Am 25.12. wurde eigentlich immer die Wintersonnenwende gefeiert, das Fest des unbesiegbaren Sonnengottes. Die Christen legten das Geburtsfest Jesu genau auf diesen Tag. Vielleicht bewußt als Gegenpunkt zu diesem heidnischen Fest.

Nadine : Schön. Aber das ist doch nur ein Geburtstag. Warum machen wir da so ein Theater darum? Mein Geburtstag wird auch nicht in der ganzen Welt gefeiert und wahrscheinlich schon gar nicht in 2000 Jahren noch ?

Vanessa: Wenn Jesus nicht geboren wäre, dann wären wir nicht so wie wir sind, und die Welt in der wir leben, wäre doch auch eine andere. Jesus hat durch sein Leben die Welt verändert und daß wird bis heute weitergegeben.

Nadine: Aber es gibt doch viele andere Menschen, die auch die Welt verändert haben?

Vanessa: Ja, aber keiner hat die Welt so sehr verändert wie Jesus.

Desiree: Du meinst Jesus ist ein Vorbild für unser Verhalten heute?

Vanessa : Ja genau, indem was er für andere getan hat.

Desiree : Er hat allen Menschen geholfen und damit auch alle gleich behandelt.

Denis : Dieser Engel von dem in der Schriftlesung die Rede war, war auch zuerst bei den Hirten und nicht bei Königen. Jesus hatte nie Vorurteile gegenüber Menschen, die am Rande standen. Er half allen Menschen die ihn brauchten.

Vanessa: Der Engel spricht aber von den Menschen Gottes Wohlgefallens. Wer ist damit gemeint?

Desiree: Alle Menschen sind Menschen, die Gott wohl gefallen; Menschen, die Gott liebt; Auch die, die verstoßen oder in unserer Gesellschaft ausgestoßen sind.

Nadine: Zum Thema Jesus als Vorbild, fällt mir ein Film ein. Da ging es um das Glücksprinzip. Eine Lehrerin hat ihre Schüler gefragt, wie man die Menschheit glücklicher machen könnte. Ein Schüler hatte die Idee: Wenn jeder Mensch drei anderen Menschen versucht etwas Gutes zu tun, vermehrt sich das Gute in einer derartigen Weise, daß eigentlich alle Menschen auf der Welt glücklicher leben müßten. D.h. wenn wir Jesus zum Vorbild nehmen und damit allen Menschen nur das Beste wünschen und ihnen auch Gutes tun, dann würde sich auch die Welt verändern.

Desiree : Und wir sollten bei denen Menschen anfangen die um uns herum sind, die sind uns ja am Nächsten.

Denis: Dann ist es also gar nicht so falsch an Weihnachten seine Familie oder Freunde um sich herum zu haben.

Vanessa: Darum wird auch das Weihnachtsfest das Fest der Liebe genannt.

Nadine: Und da darf man sich nicht streiten. Da legt man geheuchelte Harmonie über die Wirklichkeit und am 27.12. ist es wie vorher.

Desiree: Na ja, eigentlich müßte jeden Tag Weihnachten sein, wenn wir uns Jesus als Vorbild nehmen.

Vanessa : Obwohl Weihnachten schon eine Zeit ist, an der man besonders aufeinder achtet.

Nadine : Und das ist auch gut so. Ich hab das Gefühl an Weihnachten bleibt die Zeit stehen. Es ist eine Auszeit nach der ein Neuanfang möglich ist und Versöhnung.

Denis: Gott hat es uns vorgemacht, wie wir uns mit Menschen versöhnen können, indem wir nicht länger auf ihrer Schuld herumhacken, sondern ihnen vergeben und in die Zukunft blicken. Was geschehen ist, sollten wir vergessen und uns und den anderen einen Neuanfang gönnen.

Vanessa: Ja, wenn wir uns von Gott vergeben lassen, und dann wirklich ihn als Vorbild nehmen auch anderen zu vergeben, dann ist wirklich ein Stückchen Frieden auf Erden durch Jesus gekommen, wie es die Engel den Hirten verheißen haben.

Desiree : Und jedes Jahr kommt ein Stück mehr Frieden dazu, wenn wir uns daran erinnern.

Nadine : Dadurch hören nicht die Kriege auf der ganzen Welt auf.

Vanessa : Und es wird auch weiterhin Streit in den Familien geben.

Denis: Aber wir können mit kleinen Schritten dazu beitragen, daß die Welt friedvoller wird.

Nadine : Die Engel sagen also durch Jesus kam Frieden auf die Erde.

Denis : Aber so friedlich ist die Welt um uns herum oft genug nicht.

Desiree: Und sie war auch mit Jesu Geburt nicht auf einen Schlag friedvoller.

Nadine: Die Kriege gehen weiter, der Streit in den Familien auch. Was ist wenn unsere kleinen Schritte keinen Frieden bringen?

Denis : Wir möchten euch dazu eine Geschichte erzählen: Ein Mann hat einmal aufgeschrieben, wie er Weihnachten 1945 damals als 4-jähriger Junge tatsächlich erlebt hat. Damals gab es nicht so viele Geschenke. Und die Familien waren häufig auch nicht zusammen.

Nadine: "Jedes Jahr und besonders an Weihnachten wartete die Mutter sehnsuchtsvoll auf Nachricht von dem Vater im Krieg. Die Hoffnung , daß er noch lebt und aus russischer Gefangenschaft nach Hause kommt, kämpfte gegen die Resignation, gegen die Angst und die Sorge. Es wurde Heiligabend und aufgeregt rannten wir alle zur Tür, als der Postbote einige Briefe brachte. Mutter setzte sich an den Tisch und begann zu lesen. Wir sprangen davon, lachten und sangen und tobten durch die Wohnung. Als wir in die Küche kamen, blieben wir erschrocken stehen und verstummten. Mutter saß tief gebeugt über einem Brief, der in ihren Händern zitterte. Sie weinte. Nur mühsam rang sie nach Worten. Ein Kriegskamerad hatte uns mitgeteilt, daß unser Vater in einem russischen Gefangenenlager erkrankt war und verstorben ist. Obwohl wir nicht alles verstanden in unseren Kinderherzen, haben wir doch gespürt, daß etwas zusammenbrach. Wir drückten uns an unsere Mutter. Es war totenstill. Mitten hinein in die stumme Verzweiflung drang meine Frage: Mami, fällt Weihnachten jetzt aus? Meine Mutter stutzte, nahm mich in den Arm und sagte: Nein, jetzt feiern wir erst recht Weihnachten."

Vanessa: Das heißt das Weihnachtsfest fällt nicht aus, weil es um uns herum so viel Leid und Streit und Elend gibt?

Denis: Nein, sondern wir feiern dann erst recht Weihnachten, gerade dem Leid und dem Elend zum Trotz.

Desiree: weil Jesus nicht in die gesunde, tolle Welt kommt, sondern in die Welt, die manchmal ganz schön kaputt ist.

Nadine: Und in dieser Welt können wir unsere kleinen Schritte zum Frieden gehen.

Denis: Und dabei wissen wir seit Weihnachten, daß wir in Jesus immer jemanden bei uns haben und deshalb in unseren Ängsten, Sorgen und Fehlern niemals alleine sind, auch wenn es nicht immer alles Friede Freude Eierkuchen um uns herum ist.

Vanessa: Deshalb feiern wir Weihnachten und Wünschen euch ein schönes Weihnachtsfest!

Nadine: A merry Christmas!

Desiree: Feliz navidad!

Denis: Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft und der mit Jesus auf die Erde und damit zu uns kam, bewahre eure Herzen und Sinne in Jesus Christus Amen.

 

 

Nadine Halli, Vanessa Müller, Desiree Lück, Denis Wöhrle

 

 

 

 

 

 

 

 


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