Anspiel:
Marcel: B
Saraj: A
1. Szene: (beide mit Handy)
B. Können wir uns morgen sehen?“
A: Ja, das kann ich möglich machen. Du müsstest aber zu mir kommen. Ich bin direkt nach Feierabend am Eingang im Park.
B: Prima. Und wann genau?“
A: „Um fünf Uhr steh´ ich da“.
B: „O.K., um fünf Uhr. Also, bis morgen!“
2. Szene: Plakate: Bahnhof, Park, Schwimmbad, Cafe,
B (am Schild Bahnhof): „ Viertel vor Fünf. Besser zu früh als zu spät. Ich freu mich so auf sie. Hier ist der Bahnhof. Eingang am Bahnhof.
A (am Schild Park): Gleich wird er kommen. Ich freu mich so auf ihn. Am Eingang vom Park wie ausgemacht, ich freu mich so mit ihm durch den Park zu laufen.
B:Wo bleibt sie denn ? Jetzt ist schon Zehn nach Fünf.
A: Viertel nach Fünf. Jetzt wird er sicher gleich kommen.
B: Vielleicht ist sie am Schwimmbad-Eingang. Schnell zum Schwimmbad (geht schnell zum Schild Schwimmbadt). Nichts, keine Spur von ihr.
A: Versteh ´ ich nicht, wir hatten doch Uhrzeit und Treffpunkt klar vereinbart. Ich ruf ihn ´mal an – er geht nicht dran, hat wohl sein Handy auf lautlos gestellt?! –
B: Mist, jetzt bin ich zu spät. Wo kann sie nur sein? Bestimmt wartet sie im Café an der S-Bahn. Genau. Dort ist sie doch so gerne. (geht schnell zum Schild Cafe) Nicht da.
A: 18.00 Uhr: Was soll ich jetzt machen? Jetzt warte ich schon eine ganze Stunde, und er kommt nicht … dabei habe ich mich so auf ihn gefreut … wenn der wüsste, was ich für eine Sehnsucht hab`….
B: Langsam werd ich sauer. Ich kann alles leiden, nur keine Unpünktlichkeit! Ich ruf sie mal an – sie geht nicht an ihr Handy. – Verflixt und zugenäht. Da renn ich mir die Haxen ab, bin sogar schon eher da – und sie lässt sich nicht blicken. Na warte …
3. Szene: Die beiden treffen sich:
B: Wo warst du gestern? Ich hab dich überall gesucht.
A: „Ich habe am vereinbarten Treffpunkt gewartet…“
B: „Das hab´ ich gemerkt. Um viertel vor fünf war ich da. Und du nicht. Durch die ganze Stadt bin ich gerannt. Aber von dir keine Spur!“
A: „Wo warst du um viertel vor fünf?“
B: „Na, am Eingang Bahnhof!“
A: „Aber wir hatten doch gesagt: Eingang PARK!“
B: „Wir hatten gesagt: Punkt fünf! Und mehr als suchen kann ich ja wohl nicht!“
A: „Du brauchtest nicht zu suchen. Punkt fünf Eingang Park – das war die Absprache.“
B: „Mein Gott, ich kann doch nicht ahnen, dass du so kleinlich bist. Immerhin hab´ ich mich an die Uhrzeit gehalten.“
A: „Aber nicht an den Treffpunkt. Schade. Es hätte so schön werden können“.
Konfirmationspredigt 2008: „Treffpunkt Jesus“ (Mt. 16, 13-17)
A: Andreas Goetze/ B: Denis Wöhrle
B: Das kommt uns komisch vor. Den Treffpunkt verpassen, aber man hat sich ja an die Uhrzeit gehalten.
A:. Doch Gott gegenüber verhalten sich viele Menschen genau so.
B: Wie meinst du das?
A: Gott hat den Treffpunkt mit ihm genau beschrieben. In Jesus Christus will er sich finden lassen. Jesus Christus will das Fundament unseres Lebens sein. Er möchte, dass unser Leben gelingt. Er lädt uns ein, so zu leben, dass wir Gott mit unserem Leben ehren und den Menschen dienen.
B: Aber wie viele Menschen suchen ganz woanders!
A: Eben. Denk nur mal an die Wertfrage. Was bin ich wert? Viele lassen sich die Wertfrage durch andere Menschen beantworten. Wenn ich so bin, wie sie es erwarten, bin ich wertvoll. Wenn die Leistung wertvoll macht, bin ich so viel wert, wie ich leisten kann. Wenn die Zugehörigkeit zu einer Clique „in“ ist, dann bin ich wertvoll, wenn ich dazugehöre.
B: Dann ist es gar nicht so, dass der Mensch nichts glaubt. Richtige Atheisten gibt es gar nicht. Irgendetwas oder irgendwer ist immer mein Gott. Das hat doch schon Luther gesagt: „Woran du dein Herz hängst, das ist dein Gott“.
A: Für manche kommt nach dem Tod nichts – also muss es jetzt sein, dass ich befriedigt bin; der Augenblick ist alles, der Kick, das Erlebnis ist mein Gott, koste es, was es wolle. Ein bisschen Esoterik darf es auch gerne sein – Hauptsache, es beruhigt.
B: Für manche ist der Fitnesskult Ersatzreligion – nur darf ich mir nichts anmerken lassen, wenn ich nicht mehr so fit bin.
A: Für manche ist die Gesundheit alles – Hauptsache schön sein nein besser gesagt Hauptsache andere bewerten mich als schön, da boomen Diäten und Schönheits-OP´s, um einem Trend zu genügen.
B: Das zeigt: Mit Gott machen es viele Menschen genau so wie der junge Mann, der seine Freundin sucht?
A: Ja, sie nennen es nicht immer so, dass sie nach Gott suchen. Aber ich kann ja die Gottesfrage ´mal übersetzen. Bei der Gottesfrage geht es stets um eins: was trägt mich wirklich im Leben? Was macht mein Leben aus? Also – schau doch nur, was es alles für Angebote gibt: Kartenlegen und Pendeln, Reiki und Mondkalender, Horoskope und Selbsterfahrungsseminare - und stets sagen sie einem, dass sie dir helfen auf der Suche danach, das Leben zu spüren, dem Leben einen tieferen Sinn abzuringen.
B: Na, ja, viele schieben solche Fragen auch ganz schön vor sich her. Das scheint bis später Zeit zu haben. Nichts ist beliebter als die Verdrängung der brennenden Fragen nach dem Ziel allen Lebens.
A: O.k., ja, das stimmt auch. Ich kenne Jugendliche, die mit 17 Jahren beschlossen haben: „Es kommt nichts mehr“. Und dann kommt auch nichts mehr. Und ich kenne Erwachsene, die die Frage nach dem Sinn und Ziel ihres Lebens verdrängen, weil sie Angst vor notwendigen Veränderungen haben. „Mein Kind muss ja in Gottesdienst. Da setz ich mein Kind kurz vor 10 Uhr vor der Kirche ab und fahre dann ´mal schnell nach Hause, um in Ruhe zu frühstücken“.
B: Gott könnte mir ja wirklich begegnen, wenn ich mich mit dem auseinandersetze, was mein Sohn / meine Tochter in der Kirche erlebt. Und dann müsste ich mich zu diesem Gott positionieren. Dann würde Gott vielleicht sogar was zu meinem Leben sagen.
A: Ich glaube, jeder fragt sich, wenn er ehrlich ist und die Frage nicht verdrängt: Wie denn Leben gelingen kann? Jeder sucht nach einem tragfähigen Fundament für sein Leben.
B. Ja, unser Leben soll gelingen. Darum müssen wir über den Sinn und das Fundament nachdenken und dürfen diese Fragen eben nicht weit wegschieben. Ihr habt als Jugendliche ein Recht auf eure Fragen und auf Wegweiser zu einer Antwort.
A: Wozu bin ich da? Das ist eine wirklich wichtige Frage! Manch einer meint: Der Schreibtisch, die Arbeit, die Kinder, meine Fitness, meine Clique – das alles hält das Selbstbewusstsein hoch: ich bin doch wer!
B. Aber reicht das? Was ist, wenn man das Gefühl hat, das kann doch noch nicht alles gewesen sein im Leben? Ist das Leben dann sinnlos?
A: Was bin ich dann noch wert, wenn ich nicht mehr gefragt bin? Wer bin ich, wenn mein Fundament, auf das ich gebaut habe, zerbricht?
B: Habe ich dann ausgeträumt? Ich hoffe, ihr als junge Leute habt noch Träume. Ich meine nicht die Vordergründigen – Geld, geile Klamotten, cooles Outfit. Ich meine Träume, die tiefer reichen, die an die Wurzel gehen. Es geht um das, was dahintersteckt: Sehnsucht nach Anerkennung, nach Harmonie; Sehnsucht danach wirklich ernsthaft geliebt zu werden.
A: Jesus stellt die entscheidende Frage: Für wen haltet ihr mich? Alle mögliche wird über ihn gesagt: er sei ein Prophet, sagen die einen. Er ist ein Betrüger, meinen andere. Die entscheidende Frage ist: für wen hältst du Jesus?
B: Kannst du mit Petrus sagen: „Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes?“ Der, der Leben in Fülle verspricht. Dann nimmst du ernst, wo Gott den Treffpunkt mit Dir ausgemacht hat: Bei Jesus von Nazareth kannst du Gott treffen. In ihm hat er sich den Menschen vorgestellt. In ihm seht ihr, wie Gott ist. Jesu Leben, Sterben und Auferstehen ist die Kontaktstelle mit Gott.
A: Manche sagen: Ist Gott nicht kleinlich, wenn er sich an diesen Treffpunkt hält?
B: Im Gegenteil. Gott hält sich nur an sein eigenes Versprechen. Er ist nicht überall und nirgends, weil wir ihn dann gar nicht finden könnten. Er offenbart sich im Leben Jesu. Und wer ihn dort sucht, der erfährt: Gott lebt. Ich kann heute mit Gott reden, weil ich eine Adresse habe. Ich kann glauben und vertrauen.
A: Glauben heißt dann: ich nehme an, was Gott mir durch Jesus schenken will. Sein Geschenk ist seine unendliche Liebe. In der Bibel heißt es: „So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben“ (Joh. 3,16).
B: Das beantwortet die ungestellte Frage, die möglicherweise jetzt im Raum steht. Warum soll ich überhaupt Jesus treffen? (Pause)
Weil er derjenige ist, der mich bedingungslos liebt. Und ein Mensch, der geliebt wird, zweifelt nicht an seinem Wert. Ein kleines Kind, das die Geborgenheit einer Familie erlebt, fragt nicht nach dem Sinn und Wert seines Lebens. Verliebte erleben ihr Dasein nicht als sinnlos.
A: In diesem Zusammenhang wird deutlich, warum die Bibel so viel von der Liebe Gottes spricht. Gott hat sich zu erkennen gegeben. Nicht nur als der, der existiert, sondern als der, der liebt. So unbedingt liebt er, dass er diese Liebe im Leben, Sterben und Auferstehen Jesu Christi Ausdruck finden lässt.
B: Der Kirchenvater Augustin hat einmal gesagt: „Gott liebt jeden einzelnen von uns so, als gäbe es außer uns niemanden, dem er seine Liebe schenken könne“.
A: Deshalb ist der Treffpunkt für Gott auch ein für allemal festgelegt. Gottes Liebe ist da. Durch die Liebe Gottes bekommt unser Leben einen neuen Wert, einen einmaligen Sinn. Und wenn ich auf dieses Fundament baue, brauche ich keine Angst mehr zu haben, dass mein Lebensfundament einstürzt. Dann kann ich auch aufhören, andere Menschen und andere Sachen damit zu überfordern und zu überhöhen, mich durch sie geliebt zu fühlen. Die Arbeit, der Sport, meine Freunde, die Liebe werden dadurch nicht weniger wichtig, aber sie werden an die richtige Stelle gerückt.
B: Das Problem ist, dass es uns so schwer fällt, uns beschenken zu lassen. Gott selbst hat den Treffpunkt genau beschrieben. Wir wollen aber oft lieber selbst bestimmen, wie Gott zu sein hat. Und er soll sich dort zeigen, wo ich es gerade brauche. Anstatt uns beschenken zu lassen füllen wir dann unsere Sehnsüchte lieber notdürftig mit etwas auf, was wir uns selbst erarbeiten können. Doch es kommt besonders im Leben auf das an, was man sich nur schenken lassen kann.
A: Ihr als Konfirmanden habt euch nun ein Jahr hier in der Gemeinde intensiv mit Gott befasst, mit der Bibel, mit Jesus. Ihr habt gemerkt: das geht nicht einfach nebenbei. Der Glaube, Vertrauen, deine Beziehung zu Gott – die wächst nicht so im vorbeigehen. Ein Konfijahr geht schnell zu Ende. Das mit dem Glauben braucht lebenslang Nahrung. Dafür steht dir unsere Gemeinde offen, die Jugendgottesdienste „downstairs“ und „emotion“, der Jugendkeller, die Freizeiten. Lebendigen Kontakt zu Gott gibt es nicht durch eine kurze ambulante Behandlung. In der Bibel, im Johannesevangelium (1,12) heißt es deshalb auch: „Die ihn aufnahmen, gab er power…“ und nicht: „Die ihn mal kurz reinschauen ließen…“.
B: Es gibt viele Entscheidungen in meinem Leben, die würde ich heute genauso treffen. Manches würde ich anders entscheiden, weil ich im Laufe der Jahre Erfahrungen gesammelt habe. Eine Entscheidung bereue ich nicht. Dass ich auf das Geschenk der Liebe Gottes mit meinem Ja geantwortet habe. Ich will, dass Jesus Christus auch in Zukunft das Fundament meines Lebens ist, denn ich bin überzeugt, dass Christsein die schönste und interessanteste Art des Menschseins überhaupt ist. Ich bin überzeugt, dass er das einzige Fundament ist, das wirklich trägt, weil er die Quelle all dessen ist, was ich an Liebe, Freundschaft und Frieden in meinem Leben erfahre.
A: Christsein heißt, ein Leben zu führen mit Tiefe und Weite und einer Hoffnung, die auch der Tod nicht zerstören kann. Was ist das Fundament deines Lebens? Von wem lässt du dir beantworten, was du wert bist? Weil Gott dich so liebt, als gäbe es außer dir niemanden, dem er seine Liebe schenken könnte, kannst du heute getrost und gewiss „Ja“ sagen zu deiner Konfirmation – und wenn du dieses Geschenk heute annimmst, hast du ein spannendes Leben vor dir!
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