Verabschiedung Pfarrer Goetze und Familie am Pfingstmontag, den 28. Mai um 17 Uhr – herzliche Einladung zum Gottesdienst und anschließendem Zusammensein
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oder zur evangelischen Schularbeit im Heiligenland

Talita Kumi

 

Maurice Younan Besuch aus Israel / Palästina, unserer Partnergemeinde:


(Foto von Andreas Pulwey)

Personen auf dem/den Foto(s): M.Younan hält seinen Vortrag nicht nur Dias und Landkarten vom Leben der Palästinenser im israelisch besetzten West-Jordanland zeigte Maurice Younan im evangelischen Gemeindezentrum Jügesheim, als er den 25 Besuchern aufzeigte, wie schwer die Rahmenbedingungen sind, um in einem Krisengebiet einen geregelten Schulbetrieb aufrecht zu halten. Noch wichtiger war die Möglichkeit, sich als Zuhörer anschließend mit Fragen an den Christen aus Palästina zu wenden, um möglichst viel über die Lebensbedingungen zu erfahren. Lebensbedingungen, die wohl nur der Kriegs-Generation in Deutschland bekannt sein dürften. Pastor Andreas Goetze hat seit Anfang der 90er Jahre intensiven Kontakt zu dem Gast aus dem nahen Osten, da die Diakonie das Schul-Projekt stark unterstützt. So entstanden an diesem Abend Diskussionen über Wasserversorgung. Aber auch Fragen zum Schulbetrieb und den allgemeinen Lebensbedingungen wurden gestellt. Das Thema Politik wurde ebenfalls angeschnitten – nicht auszuschließen, wenn man über einen Landstrich spricht, in dem sich die Völker Israels und Palästinas überhaupt erst seit 1993 offiziell anerkennen. Maurice Younan ist Verwalter der Schule namens Talitha Kumi. In der Bibel (Mk.5,41) wird Jesus Christus bei der Auferweckung der Tochter des Jairus mit den Worten „ Talitha Kum“ zitiert, was übersetzt heißt: „Mädchen, ich sage dir, steh auf“. Die Schule wurde 1851 durch Theodor Fliedner gegründet. Fliedner war auch Gründer des Diakonischen Werkes in Kaiserswerth. „Gerne kommen die Kinder zur Schule“ so Herr Younan in sehr gutem Deutsch, denn die Schule ist eine Oase der Ordnung in einem Gebiet, in dem das Chaos herrscht. Chaos, bedingt durch die Besatzung der israelischen Truppen, bedingt durch den Bau einer 8 Meter hohen Mauer, die nach Fertigstellung noch einen Minengürtel erhalten wird. Israel mauert Palästina regelrecht ein – zum Schutz Israels vor den Terror- und Selbstmordanschlägen. Teilweise werden Ortschaften von der Mauer eingeschlossen sein. Damit die Bevölkerung dieser Ortschaften ihre Felder oder die Trinkwasserreservoirs erreichen kann, muss der jeweilige Mauerdurchlass, der Kontrollpunkt, passiert werden. Dies kann einige Stunden in Anspruch nehmen. In Palästina gibt es die allgemeine Schulpflicht. Die Einschulung ist im Alter von 6 Jahren. 10 Schuljahre sind Pflicht. 50 Lehrkräfte sind für die 850 Kinder zuständig; diese lernen im Unterricht ihre Muttersprache Arabisch, aber auch Englisch und später Deutsch, so wie den Umgang mit dem Computer. Außerdem gibt es 40 Internats-Plätze für die Mädchen. Eine kleine Bibliothek ist vorhanden, um den Kindern das Buch als Freizeitbeschäftigung näher zu bringen. In einem Land, in dem nur 1,7% der Bevölkerung Christen sind, erhöht sich der Anteil unter den Schülerinnen und Schüler auf 4% evangelische Christen und 50 % griechisch-orthodoxe. Christen und Moslems nehmen innerhalb der Schule gemeinsam an der Morgenandacht teil, damit die Moslems unter den Kinder erkennen, dass Christen für alle Menschen beten und nicht nur für sich selbst. Somit entsteht ein Stück Dialog zwischen den Glaubensrichtungen. Ein Dialog, der zwischen Palästinensern und der israelischen Bevölkerung nicht möglich ist. „In den abgeriegelten Gebieten trifft man nicht auf israelische Zivilbevölkerung. Man sieht nur Soldaten auf den Straßen“, sagt Maurice Younan, „obwohl wir wissen, dass viele Israelis auf unserer Seite sind“. Nähere Informationen zur Schule Talitha Kumi finden Sie unter www. Talithakumi.org.

Andreas Pulwey

 

 

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