Verabschiedung Pfarrer Goetze und Familie am Pfingstmontag, den 28. Mai um 17 Uhr – herzliche Einladung zum Gottesdienst und anschließendem Zusammensein
• impressum
• kontakt
• vertraulich
 
• wir über uns
• gottesdienste
• predigten
• kindertagesstätte
• kinder und jugend
• konfirmanden
• musik
• gruppen und kreise
• gemeindeaufbauverein
• stiftung weitblick
• rat und hilfe
• partnerschaften
theologie und mehr
islam
christentum
judentum
• hintergründe nah-ost
• wegbeschreibung
• gästebuch
• links
• archiv
 
theologie
 

ZUM 8. MAI
60 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs

Deutscher Koordinierungsrat

ZUM 8. MAI

Am 8. Mai 2005 jährt sich die bedingungslose Kapitulation des Deutschen  Reiches gegenüber den alliierten Streitkräften zum sechzigsten Mal. Dieses Datum ist für Deutschland und ganz Europa von entscheidender historischer Bedeutung.

Am 8. Mai endete

  • der Zweite Weltkrieg in Europa
  • die Diktatur des deutschen NS-Staates
  • die Unterdrückung der Nachbarvölker Deutschlands 
  • der Völkermord an den europäischen Juden, Sinti und Roma, und anderer aus politischen, rassischen, religiösen, oder weltanschaulichen Gründen verfolgter  Menschen  
  • die Sklavenarbeit der Zwangsarbeiter

Für diese Menschen, und auch für nicht wenige Menschen in Deutschland, war der Tag der Niederlage ein Tag der Befreiung, der Befreiung von dem deutschen Unrechtssystem, das aus blankem Eigennutz Nationen und Menschen jahrelang verfolgt und verachtet, ausgebeutet und gemordet hatte. Für große Teile der deutschen Bevölkerung jedoch stand weithin die Erleichterung darüber im  Vordergrund, dass der Krieg vorbei war. In den letzten zwei Kriegsjahren musste sie das erleben, was die Menschen in den von Deutschland bekämpften Ländern jahrelang erdulden mussten: Kriegstote, Bombardierungen, Zerstörung der Städte,  Hunger, Vertreibung und Gewalt, nicht zuletzt durch Vergewaltigungen. Langsam  wuchs die bittere Erkenntnis, nicht nur Opfer, sondern auch Täter und Mitläufer  gewesen zu sein: mitverstrickt, mitverantwortlich, mitschuldig. Der Krieg, der  von nationalistischer Verblendung in die Welt getragen worden war, war  zurückgekehrt ins eigene Land.

Es waren die Alliierten Truppen, die Deutschland vom Ungeist des  Nationalsozialismus befreiten. 60 Jahre danach blicken wir aber nicht nur auf  die Befreiung vom Nationalsozialismus und auf das Leid und die Trümmerlandschaft  des Kriegsendes, sondern auch auf einen Wandel der Gesellschaft.

Wir blicken auf:

  • Eine stabile Demokratie, die weltweit Vertrauen genießt.
  • Eine Gesellschaft, deren Bürger politische und gesellschaftliche Verantwortung übernehmen und ein solides demokratisches Fundament aufgebaut haben.
  • Einen Wandel in den Kirchen im Verhältnis zum Judentum. Beide Kirchen haben sich verpflichtet, sich in Sprache, Lehre und Verhalten vom jahrhundertealten Antijudaismus loszusagen.
  • 40 Jahre diplomatische Beziehungen zu dem Staat Israel. Beziehungen, die nach anfänglichen Schwierigkeiten immer solider und verlässlicher wurden. Es gibt regen Austausch zwischen Kulturschaffenden und Bildungseinrichtungen, Kooperationen in Wirtschaft und Handel, auf sportlicher Ebene sowie im politischen Raum. Sie alle basieren auf politischer Verlässlichkeit, gegenseitiger Anerkennung und Vertrauen zueinander.
  • Eine wachsende jüdische Gemeinschaft in Deutschland, eine Gemeinschaft, die Häuser baut und bleiben will, sich einmischt in gesellschaftliche, kulturelle und politische Debatten.
  • Eine vielseitige Erinnerungskultur in Politik, Pädagogik, Publizistik und Wissenschaft.

Wir blicken auch auf Schattenseiten unserer Gesellschaft:

  • Alte Denk- und Verhaltensmuster, die uns einfache Antworten auf schwierige Fragen, simple Lösungen für komplexe Probleme anpreisen, werden erneut öffentlich feilgeboten. Die einseitige Darstellung Deutschlands als Opfer fremder Aggression, die schleichende Relativierung der historischen Einzigartigkeit der Judenvernichtung finden ihre Foren zunehmend inmitten unserer Gesellschaft. Diese Umwertung der Geschichte zielt auf eine Entwertung unserer demokratischen Grundlagen. Daher sind wir zum Schutze der Demokratie und zur Wahrung der Menschenrechte aufgerufen, solchen geschichtsfälschenden Bildern mit allen politischen und rechtsstaatlichen Mitteln entschlossen entgegenzutreten.
  • Auch die Fratze von Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit zeigt wieder ihr hässliches Gesicht. Juden und Jüdinnen fühlen sich wieder bedroht in unserem Land, Bürger und Gäste fremder Herkunft werden Opfer von Gewalt. Auch hier gilt es, zum Schutz dessen, was wir erreicht haben, zum Schutz der bedrohten Menschen, aber auch zum Schutz unseres Selbstverständnisses als Demokraten, diesen Ungeist entschieden zu bekämpfen.

Der 8. Mai in Gegenwart und Zukunft

Mit dem Ableben der Zeitzeugen schwindet zugleich die unmittelbar biographische Verbindung zu den Erfahrungen des Nationalsozialismus und des Krieges. Ihre Erinnerung fußte noch unmittelbar auf selbst Erlebtes und Erlittenes. Für die heutige junge Generation scheint der Nationalsozialismus nur noch ein Echo aus ferner Zeit zu sein. Wir stehen vor der Frage, wie die Geschichte des Nationalsozialismus und seiner Opfer angemessen vermittelt und dargestellt werden kann, wenn keiner mehr da ist, der sich erinnern kann.

  • Die Grundlage der Erinnerung an etwas, das man nicht selbst erlebt hat, ist die Vermittlung solider Kenntnisse. Solches Wissen gilt es, auf allen Ebenen zu vermitteln: in Schulen und Universitäten, in Erwachsenenbildungstätten und kirchlichen Akademien, in Gedenkstätten und den Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, d.h. überall dort, wo Bildung und Erziehung sich ihrer historischen Verantwortung gewahr sein müssen.
  • Historisches Wissen und Erinnern darf nicht ohne Konsequenzen bleiben. Es fordert auf, den Blick auf unsere eigene Gegenwart zu lenken, die Gefährdungen der demokratischen Gesellschaft zu erkennen und zu bekämpfen, politische und gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen und die gewonnenen Erkenntnisse zu leben.
    Freiheit, Menschenwürde, Toleranz und Demokratie sind keine Selbstverständlichkeit, sie müssen stets von neuem erobert und gefestigt werden.

Die Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit fordern für die Zukunft ein solidarisches Zusammenleben von Christen und Juden, von Deutschen und Bürgern fremder Herkunft!

Bad Nauheim, 2. Mai 2005

Für Präsidium und Vorstand:

Dr. h.c. Henry G. Brandt, Landesrabbiner em., Augsburg (jüdischer Präsident des DKR)

Prof. Dr. Berndt Schaller, Göttingen (evangelischer Präsident des DKR)

Dr. Eva Schulz-Jander, Kassel (katholische Präsidentin des DKR)

              

 

„Am 8. Mai vor 60 Jahren kapitulierte die Deutsche Wehrmacht bedingungslos vor den alliierten Streitkräften.

Es war ein Tag der Befreiung:

-            der Befreiung von Tod und Zerstörung,

-            der Befreiung von Besatzung und Ausbeutung und

-            der Befreiung von Verfolgung und der Vernichtung der Jüdinnen und Juden in Europa.

Deutschland, seine Verbündeten und seine Kollaborateure zwangen den Menschen unter ihrer Herrschaft ein Regime des Unrechts und des Rassenwahns auf.

Gott sei es geklagt – auch der Glaube und das Zeugnis der evangelischen Kirchen in Deutschland versagte davor, die gesellschaftlichen Eliten von dieser Barbarei abzuhalten. Wir wurden schuldig, und viele von uns unterstützten die national-sozialistische Ideologie.

Der Tag des Kriegsendes war auch ein Tag des Neuanfangs. Das Schuldbekenntnis der evangelischen Kirchen von Stuttgart führte dazu, dass Kirchen aus der Ökumene den deutschen Kirchen die Hände reichten. Versöhnung konnte wachsen zwischen den Kirchen und den Völkern. Heute blicken wir dankbar auf eine Zeit der Verständigung und des Friedens in Europa zurück. Wir können uns nicht mehr vorstellen, dass die ehemaligen „Erbfeinde“ Frankreich und Deutschland Waffen gegeneinander erheben.

Der 8. Mai 2005 ist angesichts dieser Geschichte ein Tag der Verpflichtung für uns:

-          einen kräftigen Glauben zu bezeugen, um den Ideologien der Überlegenheit entgegenzutreten,

-          eine Spiritualität zu entwickeln und zu erleben, wie die Fixierung politischen Denkens und Handelns wirtschaftliche und militärische Macht überwindet und

-          für den Frieden zu beten und zu arbeiten, der sich auf die Gerechtigkeit und die Achtung der Menschenwürde gründet.

Die Église Réformée de France und die Evangelische Kirche im Rheinland haben Wege der Verständigung und der Versöhnung zueinander und miteinander beschritten.

Im Namen der rheinischen Kirche bitte ich Sie, liebe Schwestern und Brüder, heute:

Lassen Sie uns die Opfer und Täter nicht vergessen, denn Erinnerung ist Quelle der Versöhnung.

Lassen Sie uns gemeinsam den Weg der Versöhnung entschlossen beschreiten –  durch Begegnungen zwischen den Menschen aus unseren Gemeinden, gemeinsame Aus- und Fortbildung unserer Pastorinnen und Pastoren und den Austausch von Theologinnen und Theologen.

Stärken wir einander, um unseren biblischen Auftrag gemeinsam nachzukommen, wie er in der Heiligen Schrift beschrieben ist: „Lass ab vom Bösen und tu Gutes; suche den Frieden und jage ihm nach.“ (Psalm 34,15).“

(Präses Schneider, Evang. Kirche im Rheinland)

 

  Wochenplan aktuell
  Veranstaltungshinweise
  Jahresplan 2012
  Bibelleseplan
  Spiritualität im Alltag
  Angebote der Gemeinde
  Jugendleiterstelle
  gefährdet
  israel/palästina
  taufe, kircheneintritt
  hochzeit, beerdigung
  Das Gemeindejournal
   Die aktuelle Ausgabe
  75 Ausgaben
  „Gemeindejournal“
  rückmeldungen
  Konten der Gemeinde
  Ökumene vor Ort