„Herzliche Gastfreundschaft erfahren -
Eindrücke vom Besuch unserer Partnergemeinde in Heiligenstadt“
27 Jahre Partnerschaft mit Heiligenstadt in Thüringen
Gemeindeausflug am 9. Mai 2010
von Ingrid Fecher und Erika Simon
Besetzt mit 25 Gemeindegliedern aus der Emmausgemeinde fuhr der Reisebus um 7.30 Uhr am Gemeindezentrum in Jügesheim los. Einige unter uns waren noch recht schläfrig, aber wir hatten gute Laune, trockenes Wetter und einen guten Busfahrer.
Rechtzeitig zum Abendmahlsgottesdienst sind wir dann in Heiligenstadt angekommen und wurden von unseren Geschwistern dort sehr herzlich begrüßt. Unter der Leitung von Pfarrerin Christiane Bosse aus der St. Martinkirche wurde der Gottesdienst gemeinsam gestaltet. Die Predigt zum Sonntag „Rogate“ (Betet) hielt Pfarrer Andreas Goetze von der Emmausgemeinde.
Nach dem Gottesdienst erwartete uns im Gemeindehaus ein reichlich gedeckter Tisch. Das Essen war sehr lecker. Während des Essens kamen wir uns näher, alte Freundschaften wurden gepflegt und neue geknüpft. Eine Diaschau über frühere Begegnungen und die Geschichte der Gemeindepartnerschaft zwischen Jügesheim und Heiligenstadt schloss sich an.
Ausflug ins Thüringer Land
Nach dem langen Sitzen im Bus und in der Kirche und nach einem so guten und reichlichen Essen tat es gut, sich die Beine zu vertreten. Ein Spaziergang durch die Fußgängerzone und den Barockgarten von Heiligenstadt verschaffte uns wohltuende Bewegung und eine gute Gelegenheit miteinander zu reden.
Anschließend waren wir von unseren Gastgebern zu Kaffee, Tee und Kuchen auf einem überdachten Picknickplatz oberhalb der Burg Bodenstein eingeladen. Frisch verwöhnt wanderten wir dann den Hang hinunter zur Burg Bodenstein. Die Burg ist eine Familienerholungs- und Begegnungsstätte der evangelischen Kirche.
Hier wurden wir schon von Graf Wilko von Wintzigerode erwartet, der noch als Kind mit seiner Mutter und Großmutter auf der Burg gelebt hat. Die Burg ist frisch renoviert und mit neuen zweckmäßigen Möbeln ausgestattet. Beeindruckend waren die reichlich verzierten Stuckdecken, das Parkett, die Kachelöfen und die Kopien der Gemälde aus der Ahnengalerie des Grafen. Alles, was der Graf bei seiner Burgführung uns über die Burg erzählte, war seine eigene Familiengeschichte und deshalb auch sehr emotional. Einen besseren Führer hätten wir uns nicht wünschen können.
Zum Abschluss versammelten wir uns in der Kapelle des Schlosses. In der Mitte des Raumes schwebt ein Engel mit der Taufschale in den Händen. Mit Hilfe einer kleinen Seilwinde wird der Engel bei Taufen hinuntergelassen. Der Heiligenstädter Kantor Waldemar Franke spielte die Orgel, die mit 900 Jahren genauso alt ist wie die Burg selbst.
Anschließend hieß es Abschied nehmen. Es war für die Glieder beider Gemeinden ein wunderschöner Tag, der die Partnerschaft der beiden Gemeinden und die Freundschaft untereinander bestätigt hat. Bei der Rückfahrt nach Jügesheim fing es stark an zu regnen. Als wir dann aber gegen 21 Uhr Dank unseres Busfahrers heil in Jügesheim ankamen, wurden wir von den letzten Sonnenstrahlen begrüßt. Es war ein schöner Tag und alle haben den Wunsch nach weiteren Begegnungen zwischen St. Martin in Heiligenstadt und Emmaus in Jügesheim.