Verabschiedung Pfarrer Goetze und Familie am Pfingstmontag, den 28. Mai um 17 Uhr – herzliche Einladung zum Gottesdienst und anschließendem Zusammensein
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„Briefe des Glaubens“

Briefe an biblische Personen, verfasst von den Konfirmandinnen und Konfirmanden der Evang. Emmausgemeinde Jügesheim

Vorstellungsgottesdienst 18.05.2008

 

1. Schifra und Pua

2. Der „verlorene Sohn“

3. Die kanaanäische Frau

4. Petrus

5. David

6. Jeremia

 

 

1. Ein Brief an Schifra und Pua, zwei Hebammen, die dem Pharao in Ägypten Widerstand in Form zivilen Ungehorsams leisten – aus Gründen ihres Glaubens

 

Auf unserer Konfifahrt in Oberursel haben wir uns mit einem Teil des Bibeltextes „Israels Bedrückung in Ägypten" (2.Mose 1,13-22) beschäftigt. Dort wird berichtet, wie die beiden hebräischen Hebammen Schifra und Pua sich ihres Glaubens wegen dem Ägyptischen Pharao widersetzt haben, der ihnen den Mord an allen neugeborenen hebräischen Jungen befohlen hatte. Anschließend haben wir in einer kleinen Gruppe einen Brief an die beiden verfasst.

 

Liebe Schifra und Pua,

viele Menschen, die keine Christen sind, wüssten wahrscheinlich nicht, warum ihr euer eigenes Leben riskiert habt, um das der Kinder zu retten. Wir hingegen finden es toll, dass euer Glaube so weit reicht, dass ihr dafür alles aufs Spiel setzt.

Könnte es sein, dass ihr bei eurem Handeln an das 5. Gebot – „Du sollst nicht töten" – gedacht habt?

Auf jeden Fall habt ihr das richtige getan und damit großen Mut bewiesen und gezeigt, dass auch ein einfacher Mensch großes vollbringen kann.

 

Wir haben uns auch darüber Gedanken gemacht, wie man heutzutage in ähnlichen Situationen reagieren würde. Als erstes haben wir an Mobbing gedacht und uns gefragt, ob wir den Mut hätten, uns gegen Stärkere zu stellen. Jetzt, wenn wir hier zusammen sitzen, würden die meisten sagen, dass sie diesen Mut hätten, doch nur die wenigsten würden das auch wirklich tun, wenn sie in einer solchen Situation wären.

 

Als nächstes kam uns unsere erste Konfifahrt nach Siloah in den Sinn, wo wir Hubertus kennen gelernt haben. Er lebte mit seiner Familie in der DDR und ihm wurde als Jugendlicher die Möglichkeit, ein Gymnasium zu besuchen, versagt, weil er um seines Glaubens wegen nicht der Freien Deutschen Jugend (FDJ) beitrat. So konnte er nur Korbmacher werden. Aber er blieb sich selbst und Gott treu und war glücklich, weil er nicht gegen sein Gewissen und Gott gehandelt hat.

 

Wir grüßen euch herzlich

Lukas K., Marc und Lisa

 

 

2. Ein Brief an den Sohn, der sich sein Erbteil von seinem Vater auszahlen ließ, verprasste und dann zum Vater zurückkehrte (Lukas 15, 11-24)

 

Vom verlorenen Sohn

 

In der Geschichte geht es darum, dass der jüngere von zwei Söhnen von seinem Vater sein Erbteil forderte und auch bekam. Er ist in ein anderes Land abgehauen und hat sein ganzes Geld verprasst! Das Land überkam eine Hungersnot und er ging innerlich zu Grunde und hatte so wenig zu essen, dass er sogar das Futter der Säue aß. Er beschloss zu seinem Vater zurückzukehren und seinen Fehler zu gestehen. Sein Vater freute sich seinen verloren geglaubten Sohn wieder zusehen, legte ihm die schönsten Kleider an und veranstalte ein Fest.

Wir schrieben dem Sohn einen Brief:

 

Lieber Theodor,

Du hättest ein schönes Leben haben können und hättest nicht an Hungersnot leiden müssen, wenn du zu Hause geblieben wärst. Warum hast du dein ganzes Geld ausgegeben? Ich hätte es anders gemacht z.B. gespart. So sieht man, dass auch unvorhergesehene Dinge passieren können, womit man immer rechnen muss. Du hättest es wie dein Bruder machen sollen, der weiter bei eurem Vater gearbeitet hat, wo es euch doch gut ging. Dennoch finde ich es gut, dass du genügend Mut hattest zu deinem Vater zurückzukehren und deine Schuld eingestanden hast .Dass dein Vater dich herzlich empfangen und dir deinen Großen Fehler vergeben hat, zeigt mir, dass er wie Gott gehandelt hat. Er hat seinen verloren geglaubten Sohn wieder liebevoll aufgenommen. So wie Gott, der jeden Menschen liebt und ihm seine Sünden vergibt. Es ist wichtig, dass man seine Fehler eingesteht und sich bei der betroffenen Person entschuldigt.

 

Mir ist es schon passiert, dass ich für eine Arbeit nicht genug gelernt habe, dass aber gegenüber meiner Mutter behauptet habe, um noch auf eine Feier gehen zu dürfen. Schließlich habe ich eine schlechte Note geschrieben und musste meiner Mutter beichten, dass ich doch nicht richtig gelernt habe. Sie hat mir diese Lüge verziehen. Ich habe aus dieser Lektion gelernt und werde es besser machen. Auch hier hat Gott eine große Rolle gespielt, weil mich meine Eltern wie er immer stärken und zu mir stehen!

 

Du hast mir mit dieser Geschichte gezeigt, dass man im Leben nicht alles überstürzen soll. Man sollte sich erst, bevor man etwas tut, Gedanken machen. Außerdem sollte man seine Fehler einstehen und den Mut dazu haben, diese auch zuzugeben. Schließlich haben wir beide etwas aus der Geschichte gelernt, nämlich dass Gott uns immer mit offenen Armen empfängt, uns immer zuhört und uns vergibt!

 

Viele Grüße

Anna, Lukas D., Vanessa

 

 

 

 

 


3. Ein Brief an eine nichtjüdische Frau, die Jesus zum Neudenken bewegt
(Matthäus 15, 21-28)

 

 

 

Die kanaanäische Frau

 

Wir haben einen Brief an eine Frau geschrieben, die zur Zeit Jesu gelebt hat.

 

Liebe kanaanäische Frau,

deine Geschichte hat uns sehr beeindruckt. Du hattest eine kranke Tochter und gingst zu Jesus, damit er sie heilt. Doch zuerst hat er dich abgewiesen, weil du keine Jüdin warst, aber du bist hartnäckig geblieben und hast Jesus gelehrt, dass er für alle da sein muss. Am Ende hörte Jesus doch auf dich, obwohl auch die Jünger nicht helfen wollten. Wir fanden es gut von dir, dass du mit Jesus so offen gesprochen und ihm die Meinung gesagt hast. Wir an deiner Stelle hätten uns das nicht getraut. Jesus hat dich wohl abgelehnt, weil er sich nur für die Israeliten verantwortlich fühlte. Aber wir glauben, dass du mehr in ihm gesehen hast. Du hast gemerkt, dass Jesus so viel Glauben und Kraft in sich hat und hast es weiter versucht, weil du das Vertrauen hattest, dass er dich nicht im Stich lässt. Warst du böse auf Jesus? Also wir an deiner Stelle wären böse gewesen, weil er dich weggeschickt hat, obwohl er den Menschen helfen sollte.

 

Wir sind enttäuscht von Jesus, dass er dir nicht helfen wollte, weil du keine Jüdin bist. Das hätten wir nicht von ihm erwartet, weil er eigentlich allen Menschen helfen soll. Wir hätten von Jesus gedacht, dass er den Menschen hilft, auch wenn sie keine Juden sind. Warst du selbst nicht so enttäuscht von Jesus, dass du am liebsten weggegangen wärst? Woher hast du die Kraft genommen, zweimal mit Jesus zu reden? Damals wurde eine Frau doch sofort geschlagen, wenn sie so mit einem Mann gesprochen hätte.

 

Wir persönlich hätten uns nicht getraut, so mit Jesus zu reden. Wir wären einfach weggegangen. Wir haben auch schon Ablehnungen bekommen, haben uns aber nicht getraut, noch mal hinzugehen oder noch mal nachzufragen. Wir haben uns dabei schlecht gefühlt, weil wir wissen, dass wir eigentlich dran bleiben sollten. Deine Geschichte hat uns Kraft gegeben, und jetzt wissen wir, wenn uns noch mal so was passiert, dass wir dran bleiben müssen und nicht weggehen sollen. Dein Glaube hat dir geholfen Mut zu finden. Das ist ein Vorbild für uns unseren Glauben auch zu stärken, damit wir in Zukunft bei solchen Situationen mehr Vertrauen haben.

 


Wir grüßen dich herzlich

Sina und Caro

 

 

 

 

4. Ein Brief an Petrus, der voll Vertrauen etwas wagte, was alle anderen für Unsinn hielten (Lk. 5, 1-11)

 

In der Geschichte „Petrus und der Fischzug“ geht es um das blinde Vertrauen zwischen Jesus und Petrus, da die Fischer nach glückloser Arbeit ein weiteres mal zu See fahren, nachdem Jesus ihnen sagt, dass sie jetzt Erfolg haben werden.

 

Lieber Petrus,

warum ist das so, dass einem Hilfe angeboten wird, aber man den Leuten nicht vertraut, sondern viel mehr auf seiner Meinung beharrt? Wie können wir Menschen erkennen, wann es gut ist zu vertrauen ist und wann es besser ist, auf seine innere Stimme zu hören?

 

Petrus, was hast du in Jesus gesehen, dass du ihm vertraut hast? Hattest du nicht Angst, blind zu vertrauen und dann enttäuscht oder hinter das Licht geführt zu werden?

Petrus, was hast du gedacht oder gefühlt, als du Jesus das erste mal getroffen hast? Hattest du eine Ahnung, wer er ist?

 

Meinst du, ich erkenne ihn, wenn er vor mir steht? Petrus, ich hätte Zweifel daran, blind zu vertrauen. Zum Beispiel, wenn meine Mutter mir die Hausaufgaben erklärt und ich denke es besser wissen zu können und im Nachhinein es sich herausstellt das sie doch recht hatte. Oder wenn ich vor meiner Freundin eine Vermutung äußere und sie anderer Meinung ist und mich spüren lässt, dass sie es besser weiß, aber am Ende stellt sich heraus, dass sie doch besser hätte auf mich hören sollen.

 

Petrus, du hast gemerkt, dass Jesus etwas Besonderes ist. Er war für dich symphatisch, du hast gespürt , dass jemand kommt und dir hilft und dass Jesus mit Gott in besonderer Verbindung steht.

 

Jesus ist auch für mich eine Person, die symphatisch und hilfsbereit rüber kommt. Jemand, dem man vertrauen kann, der dies auch nicht ausnutzt. Wenn es sein muss, hilft er anderen und steckt selber ein. Anfangs war er für uns eine Geschichtsperson, von der man zwar gehört hat, aber heute ist er für die Konfirmanden Gruppe und uns ein Mensch, der viel verändert hat.

 

Deine

Anna-Lias, Rebecca und Pascal

 

 

5. Ein Brief an David, nachdem er den Goliath erschlagen hat und so das Volk Israel rettete (1. Samuel 17)

 

Hi David,

Ich fand's echt toll, als du den Philister siehst, wie er über dein Volk und Gott herzieht, bist du zum König gegangen und bist bereit für dein Volk und Gott einzustehen.

Als Saul, der König, dich Ausrüsten lässt verzichtest du auf Schwert und Rüstung und gehst Goliath nur mit Steinen einer Schleuder und Stock entgegen.

So wie du sagst zum Philister: „Du kommst hierher mit Schwert und Rüstung und verhöhnst unseren Gott, aber ich komme im Namen des Gottes den du verhöhnst."

 

Dein Vertrauen in Gott muss ja Riesig sein, wenn du dich dem starken bewaffneten Philister nur mit Stein Stock und Schleuder entgegenstellst. Alle anderen weichen vor Goliath zurück, doch du stehst zu Gott obwohl, der Größere Stärkere über ihn herzieht.

 

Nicht jeder kann so etwas, wenn die Masse etwas anderes denkt, lenken die meisten in die gleiche Richtung, obwohl sie eigentlich ganz anderer Überzeugung sind. Aber du stehst zu deiner Überzeugung. Die anderen weichen zurück, vor Goliaths äußerem Starkem und aggressiven Auftreten, doch du guckst ihn dir genau an, achtest nicht nur auf seine Waffen, Rüstung, du guckst auch hinter die Fassade und merkst: der ist gar nicht so stark. Und am Ende streckst du ihn nieder, so wie du bist, ein einfacher Hirtensohn.

 

Auch uns kam es am Anfang vor, als wäre diese Predigt ein Haufen Arbeit, aber wir haben sie bewältigt. Wir haben uns überlegt: Was uns am Glauben fasziniert, ist die Kraft, die er den Menschen gibt. Gott liebt die Menschen wie sie sind, und sieht nicht nur das äußere sondern, auch das was innerhalb ist. Wie im 1.Samuel Kapitel 16 beschrieben: „Der Mensch sieht was vor Augen ist, der HERR aber sieht das Herz an"

 

Deine

Nadja, Robin und Marcel

 

6. Ein Brief an einen jungen Mann, der einen Auftrag von Gott bekommt und ihn gar nicht ausführen will (Jeremia 1, 4-10)

 

Jeremia bekam von Gott den Auftrag zu predigen. Der noch sehr junge Jeremia zweifelte daran, dass er dafür geeignet sei, da er sich selbst als zu jung sah. Aber Gott sagte, dass er nicht ängstlich sein soll. Mit seiner Hilfe wird er es schaffen.

 

Lieber Jeremia

Im Konfiunterricht habe ich deine Geschichte gelesen und muss sagen, dass ich sie sehr interessant und beeindruckend fand.

 

Obwohl du am Anfang ängstlich warst und dachtest, dass du zu jung zum Predigen bist, bist du über deinen Schatten gesprungen und hast Gottes Auftrag erfüllt.

 

Ich finde es nicht schlimm, dass du am Anfang gezögert hast, da ich selbst auch ängstlich gewesen wäre.

 

Gottes Überzeugungskraft hat dich zu diesem Schritt gebracht.

 

Gottes Überzeugung, auch jüngere Menschen, wie dich zum Prediger zu machen, hat mich sehr beeindruckt, und ich denke, dass auch jeder von uns in irgendeiner Weise einen Auftrag hat, auch wenn er ihn noch nicht gehört hat.

 

Es gibt vielleicht auch Aufträge für uns als Gemeinschaft, wie zum Beispiel gemeinsam Gottesdienst feiern, denn die Gemeinschaft ist ein großer Teil meines Glaubens. Die Gemeinschaft, also auch Freundschaft zwischen den Menschen, sowie zwischen Menschen und Gott, hält den Glauben am Leben.

 

Deine

Isabella, Julian und Louis

 

 

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