Verabschiedung Pfarrer Goetze und Familie am Pfingstmontag, den 28. Mai um 17 Uhr – herzliche Einladung zum Gottesdienst und anschließendem Zusammensein
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Bless you“ – vom Segen Gottes und was er bringt
(4. Mose 6, 22-24)

 

A: Kanzelgruß – Es gibt besondere Worte, die übermitteln Gottes Güte, das spürt man schon am Klang. Sie tun Menschen gut, das spürt man an deren Reaktion, und man sieht es an ihrer Haltung.

 

B: „Der Herr segne dich und behüte dich, der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe, schenke dir Frieden“ – das steht auf der Spruchkarte, die ihr am Eingang erhalten habt, mit Comic-Zeichnungen von Werner Küstenmacher.

 

A: „Der Herr segne dich“ – vielfach segnen wir und werden wir in einem Gottesdienst gesegnet – wußtet ihr das? Ich sage z.B. „Der Herr sei mit euch“ – und ihr antwortet: „und mit deinem Geist“. Gottesdienst. – Gott dient uns mit seinem Segen. Wir dienen Gott, indem wir andere segnen.

 

B: „Der Herr segne dich“ – das Gegenteil von Segen ist Fluch. Wer einen anderen Menschen verflucht, wünscht ihm alles erdenklich Schlechte. Er möchte, dass sein Lebensnerv getroffen wird und dass er ausgelöscht wird. Wenn man sich das Gegenteil von Verfluchen vorstellt, wird sehr schnell klar, was Segnen heißt – und was Gott tut, wenn er segnet: Er wünscht, dass dem gesegneten Menschen alles erdenklich Gute begegnet, dass ihm Lebenskräfte zuwachsen, die er sich selbst nicht geben kann.

 

A: „Der Herr segne dich“ – ich höre: da bin ich ganz persönlich gemeint. In der großen Menge bin ich direkt angesprochen. Das ist kein allgemeines Gewäsch. Gott sagt mir Leben, Liebe, Zukunft zu. Das ist nicht bloß ein ein frommer Wunsch, sondern in den Worten liegt Kraft.

 

B: „Der Herr segne dich und behüte dich“ Gottes Segen ist wie ein Zelt das über mich gespannt ist. Ihr Konfirmanden habt gestern im Bibelmuseum gehört, wie wichtig dieses Bild des Zeltes als Schutz in der Bibel ist. Da es für einen Fremden in der Wüste lebensnotwendig war in einem Zelt Gastfreundschaft und Schutz zu erleben. Heutzutage sollen die ausgebreiteten Hände des Pfarrers oder der Pfarrerin am Ende des Gottesdienstes, wenn der Segen „Der Herr segne dich und behüte dich“ gesprochen wird, dies sichtbar machen: Gottes Schutz für dein Leben. Regen ist eigentlich nichts Dramatisches, er ist etwas Alltägliches, und doch bin ich froh über ein Zelt indem ich Schutz finde (da brauchen wir uns nur an unser Zeltlager erinnern). Gottes Segen brauche ich jeden Tag: Als Schutz vor dem alltäglichen Stress, dem alltäglichen Ärger, dem alltäglichen Ansturm von Sachen, die mir zu schwierig werden. Gottes Schutz für diesen Tag, das wünsche ich mir.

 

A: „Der Herr segne und behüte mich“ – damit ist auch klar: ich brauche jemanden, der mich behütet. Die Bibel malt kein idyllisches Bild von der Wirklichkeit und dem Menschen. Die bestehenden Gefahren werden nicht verleugnet. Aber in allem, was mir widerfährt, kommt es darauf an, wie ich damit umgehe; auf meine Haltung, meine innere Einstellung kommt es an. Und da ist mir wichtig, dass ich mich an die Zusage Gottes halte, dass er mich in den Gefahren des Lebens nicht verlassen wird – ja, dass wir im Vertrauen auf Gottes Segenszusage erleben werden, wie uns Mut zukommt und Geduld; wie die Hoffnung nicht versinkt, weil wir wissen: in allem, was uns begegnet, sind wir im Letzten getragen von unserem Gott.

 

B: „Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir…“ – Schaut auf die Zeichnung auf eurer Karte: Das Schaf liegt im Gras, träumt vor sich hin und genießt die Sonne. So, sagt das Segenswort, ist Gott über uns: wie eine wärmende Sonne,deren Strahlen wir genießen, läßt Gott sein Angesicht über uns leuchten, ist er da, lässt uns leben und wachsen, gibt uns Wärme und Freude. Ich bin sehr froh, dass auch das zum Glauben gehört. Es klingt alles oft so tragisch und ernst, was man über die Christen und über den Glauben hört. Segen heißt: Gott schenkt uns Leben, den blauen Himmel, die Sonne, das Glück in dieser Welt zu sein, die so schön ist, die tollen Erfahrungen die wir machen, die glücklichen Momente. Ich denke an unsere gemeinsame Konfirmandenzeit und hoffe, wir werden ganz viel davon erleben: in unseren Konfistunden, auf unserer Fahrt, wenn wir uns gemeinsam in der Bibel auf die Spurensuche eben nach diesem Gott machen, der uns dieses tolle Leben schenkt und gönnt.

 

A: „Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir…“ – das Gegenteil hieße: Der Herr schaut dich zornig an, mit finsterem Gesicht und drohenden Augen. Nichts kannst du ihm recht machen. Er lässt kein gutes Haar an dir. Er wird dich in den Staub treten. Nein: Gott sieht uns freundlich an, ist wärmend wie die Sonne, hell wie das Licht.

 

B: „Der Herr sei dir gnädig“ - unser Leben ist schön und es ist spannend, und oft ist es auch gefährlich. Am Meer und im Gebirge, und auf dem Weg dorthin, und auch hier, wenn wir die Straße überqueren, drohen Gefahren. Das wissen wir. Unser Leben ist ständig bedroht. Und doch müssen wir nicht bei jedem Schritt Angst haben. Gott ist da. Er gibt auf uns acht. Ich weiß, dass trotzdem Schlimmes passiert. Und oft finden wir keine Erklärung dafür. Aber ich weiß auch, dass Gott uns beschützt. Mein Bruder hat mich vor kurzem besucht und ihm ist auf dem Weg nach Hause auf der linken Spur ein Reifen geplatzt, er hat sich mit dem Auto einmal gedreht und ist auf dem Standstreifen zum stehen gekommen. Direkt hinter ihm war kein Auto. Sonst wäre dieser Unfall sicherlich sehr viel anders ausgegangen. Oder denken wir an Uwe, der einen Motorradunfall hatte. Jedem fallen sicher viele Beispiele ein. Ich glaube, daß es bei jedem Menschen in jedem Leben Momente gibt in denen Gott mich sie dich beschützt. Nur nehmen wir es manchmal gar nicht wahr. Sagen wir dann Glück gehabt oder Gott sei Dank. Gott hat mich beschützt. Mir macht es Mut zu wissen daß Gott auf mich und auch euch und auf sie acht gibt.

 

A: „Der Herr sei dir gnädig“ – Wer einem Menschen gnädig ist, meint es gut mit ihm. Und er will es gut mit ihm machen. Ein Richter, der gütig urteilt, will dem Angeklagten eine Chance geben, aus seinen Fehlern zu lernen und unbelastet einen besseren Weg einzuschlagen. Diese Chance gibt uns unser Gott, denn er will nicht den Untergang seiner Menschen, sondern will, dass wir Wege gehen, die uns und den anderen um uns herum wohl tun. Dann will ich nicht immer Recht habe, sondern ich kann Güte schenken.

 

B. „Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich …“ – Schaut wieder auf eure Karte: Herr Schaf und Frau Schaf als Brautpaar. Das sieht witzig aus. Sie schauen sich verliebt in die Augen. Gott freut sich, wenn Menschen sich lieben und glücklich sind, wenn sie gut miteinander umgehen. Dort, wo Liebe ist, da ist immer auch Gott.

 

A: „Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich …“ – Gott wendet sich mir zu, und unter seinem freundlichen Blick gehe ich anders mit den Menschen um, die mir begegnen. Wo Streit war, finde ich Kraft zur Versöhnung. Wo Ungerechtigkeit war, muss ich nicht nachtragend sein. Ich finde Zeichen der Liebe und Freundschaft. Denn wenn wir freundlich angesehen werden, dass Gott sich von uns nicht abwendet, sondern zu uns hinwendet – wie sollten wir anders mit uns und anderen umgehen? Unter Gottes Augen wachsen wir zusammen.

 

B: „Der Herr gebe dir Frieden“ – wieder zeigt der Comic in schöner Weise, worauf es ankommt: Da liegt das Schaf auf einer zerbrochenen Kanone. Die Munition ist sinnlos geworden. Der Qualm der Geschütze ist verweht, es ist Frieden. Eine schöne Vision. Der Prophet Jesaja hat sie mit wunderbaren Bildern schon vor über 2700 Jahren beschrieben“ „… und dann werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen schmieden“. Die Wirklichkeit unserer Welt ist anders: Es ist kein Friede. Im Irak donnern immer noch die Geschütze und hier bei uns – auf dem Pausenhof fliegen öfter die Fetzen und in vielen Familien und zwischen Nachbarn und Kollegen und manchmal auch zwischen euch Konfis und Freunden - es kracht tagtäglich.

 

A: „Der Herr gebe dir Frieden“ – „Lass mir meinen Frieden“, sagt man manchmal, und meint damit: Lass mich in Ruhe mit deinen Problemen. Nein, das kann nicht gemeint sein, dass ich mich trotz des Streits in der Welt in ein Kämmerchen des Friedens einigele. Denn SCHALOM, das hebräische Wort, was an dieser Stelle steht, meint: sich einsetzen für Gerechtigkeit und Frieden, teilhaben an Gottes Frieden. Ursprünglich: Unversehrtheit an Leib und Seele erfahren, äußeres Wohlergehen und innere Gesundheit, also Wohlergehen rundum. SCHALOM meint äußeren und inneren Frieden, Geborgenheit wie Zufriedenheit. Und auch, dass ich Gottes Kraft zum Frieden in mir spüre, SCHALOM, sein Heil, das die Versöhnung mit ihm und untereinander möglich macht: Kraft des Friedens, für mich, für uns alle, dass wir uns für den Frieden einsetzen – Frieden im Irak und anderswo, Frieden in unserer Klasse und in der Familie.

 

B: Wenn ich mich auf den Weg mache, tut es gut, zu hören: Gott geht mit. Für mich aber ist Segen noch mehr als nur das Hören, und das drückt sich aus in den Zeichen des Segens, die wir sehen und spüren. Wenn Pfarrerinnen und Pfarrer am Schluss des Gottesdienstes den Segen sprechen, breiten sie dabei oft die Hände aus. Das zeigt: So soll der Segen zu euch kommen und mit euch gehen. Bei der Konfirmation werden oder wurden euch die Hände buchstäblich aufgelegt - so, dass ihr es spürt. Ihr sollt spüren, dass Gott euch begleiten und schützen wird auf eurem Weg. Der Segen geht mit in die neue Woche (Arbeitswoche, Schulwoche, Arbeitslosenwoche) in das neue Lebensjahr in den neuen Lebensabschnitt.

 

A: „Der Herr segne dich und behüte dich der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe, schenke dir Frieden“ – dieses Segenswort steht im 4. Buch Mose, Kap.6,22-24. Es ist Gottes Wort an Aaron, dem Begleiter Moses, daher auch der Name: aaronitischer Segen. Es ist Gottes Wort an uns, an dich und mich – vergesst das nie, was auch immer geschieht: Gottes Segen gilt. Und es tut gut, wenn wir uns immer wieder segnen.

 

B: Darum bitten wir auch, am Anfang jedes Konfijahres um Gottes Segen für euch Konfirmanden, für euch als Gruppe, für euren Weg den ihr dieses Jahr geht, für den Weg den wir gemeinsam gehen und für dieses Konfijahr. Und wir wollen auch den Teamer, die Mitarbeiter die bereit sind ein Konfijahr ihre Zeit und ihr Engagement für die Konfirmanden einzusetzen einen Segen zusprechen.

 

A: Nehmen wir Gottes Segen in unser alltägliches Leben auf, als Lebenshaltung und –hilfe. Der Kabarettist Hans Dieter Hüsch hat dies in seiner ganz besonderen Weise formuliert, womit wir schließen möchten: „Im Übrigen meine ich, dass Gott uns das Geleit geben möge immerdar auf unserem langen Weg zu unserer Menschwerdung. Und er möge uns die vielen Streitigkeiten von morgens bis abends verzeihen. Das Hin- und Herlaufen zwischen den vielen Fronten und all die Vorwürfe, die wir uns gegenseitig machen, möge er in herzhaftes Gelächter verwandeln und unsere Bosheiten in viele kleine Witze auflösen. Er möge in unsere Stuben kommen und unsere Habseligkeiten segnen, unsere Tassen und Teller, die Kanne, die Zuckerdose und den Salzstreuer, die Essigflasche und den Brotkorb. Ja, er möge sich zu uns an den Tisch setzen und erkennen, wie sehr wir ihn alle brauchen, überall auf der ganzen Welt“. Amen.

 

 

 

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