Bildung ist mehr als Wissen
„Kirche WOanders“ in der Georg-Büchner-Schule
„Einen Schulabschluss kann man nachholen, eine Kindheit nicht!“ Diese Feststellung der Psychologin Hildegard Weidemann vom Deutschen Kinderschutzbund machte Zuhörer und Diskussionsteilnehmer betroffen. Denn wer hat nicht schon einmal an eigentlich ganz akzeptablen Schulnoten seines Kindes gemäkelt, weil er mit schulischer Höchstleitung doch „nur das Beste“ für den Nachwuchs wollte. „Neues aus der Anstalt – wer überlebt die Bildung?“ hieß es provokant am Sonntagabend, als die Evangelische Emmausgemeinde mal wieder auf Tour ging und ihren „Kirche-WOanders-Gottesdienst“ in der Aula der Georg-Büchner-Schule (GBS) feierte. Als Interviewpartner standen GBS-Hausherr Winfried Döring, die Lehrerin Uschi Lutzvogt von der Dietzenbacher Ernst-Reuter-Schule, der GBS-Schulelternbeiratsvorsitzende Manfred Ernst, die Schüler Rebecca Vainstain und Fabian Vor und der Jugendleiter der Emmausgemeinde Denis Wöhrle Rede und Antwort.
Fazit: Bildung ist mehr als Wissen und vertrauensvolle Familienbindung ist schon Bildung, wie Pastor Andreas Goetze bereits zuvor in seiner Predigt erläutert hatte. Und wer Kindern und Jugend wahre Bildung vermitteln möchte, benötigt dazu Muße, Geduld und Fingerspitzengefühl, an denen es in unserer schnelllebigen und auf Erfolge ausgerichteten Zeit deutlich mangelt. Denis Wöhrle wünscht sich mehr Ortwechsel – übergreifendes Bildungsangebot von Schule, Elternhaus, Vereinen, Kirchen und Jugendgruppen. Allgemein wurde die Forderung nach kleineren Klassen geäußert. Rebecca Vainstain: „Wenn beispielsweise zehn von uns auf Schüleraustausch sind, ist es für die anderen im Unterricht viel angenehmer zu arbeiten.“ Einfühlsam führten Aurelia Füssel und Jürgen Mack von der Emmausgemeinde durch den gesamten Gottesdienst.
Mit erfrischendem Witz nahm die TGS-Gruppe „Kraut un Reuwe“ die derzeit unter Bildungspolitikern heiß diskutierte „Kinderschule“ auf die Schippe: „E Schul fer Kinner, die wo noch kaa Schüler sinn...?“ Für musikalische Highlights sorgten die Kulturförderpreisträgerin 2008 Franziska Langer mit ihrer brillanten gesanglichen Leistung, die Flötistinnen Amelie Bückner und Teresa Jäger und die neue GBS-Schülerband „Fading Darkness“ mit ihren Rock-Beiträgen. Die musikalische Leitung hatte René Frank, Emmaus-Musiker und GBS-Lehrer.

„Was bedeutet Bildung wirklich“ erörterten (von links): Aurelia Füssel, GBS-Schulleiter Winfried Döring, Rebecca Vainstain, Fabian Vor, Psychologin Hildegard Weidemann, GBS-Schulelternbeiratsvorsitzender Manfred Ernst, Jugendleiter Denis Wöhrle, Lehrerin Uschi Lutzvogt (verdeckt) und Pastor Andreas Goetze.

Jürgen Mack und Aurelia Füssel führten durch den Gottesdienst und leiteten die Podiumsdiskussion.